Neuschnee und ein guter Wetterbericht für das Wochenende. Entsprechend motiviert versammelte sich die Truppe am Samstag Morgen im Bahnhof Bern. Die erste Schlüsselstelle war das Postauto von Sierre nach St. Luc. Dieses war masslos überfüllt und wir mussten uns mit Stehplätzen begnügen, aber immerhin konnten alle mitfahren. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Funiculaire von St. Luc nach Tignousa waren wir endlich richtig im Schnee. Zu Après-Ski Sound tanzten wir uns warm und Tobi erklärte wo es am Samstag hinging, nämlich zur Turtmannspitze. Mit Neuschnee und dem starken Wind war auch die Lawinengefahr auf Erheblich gestiegen und darum war es noch nicht klar, ob wir die im Programm angekündigte steile NW-Flanke fahren können.
Gemütlich gingen wir los, machten bei Combavert ein Depot für das Hotel-Material und danach ging es die erste Steilstufe nach Le Vijivi rauf. In der SW-Flanke nördlich des Lac de Touno war es heiss und wir kamen gehörig ins Schwitzen. Wir studierten den Wischi-Waschi-Pass (Col de Vijivi), welchen wir am Sonntag gemäss Plan überschreiten würden. Der Wind hatte die Übergänge stark abgeblasen und der Pass sah sehr steinig aus. Ohne Probleme ging es weiter zum Skidepot und danach zu Fuss in einer guten Trittspur auf den Gipfel. Tobi und Dävu studierten die NW-Flanke, in welcher kaum Triebschnee lag, aber die entsprechend hart aussah. Wir entschieden uns für die Abfahrt in der steilen Flanke, welche alle Teilnehmer sehr gut gemeistert haben, obwohl die Verhältnisse im oberen Teil "dégueulasse" waren (gäu Dävu). Im unteren Teil wurde der Schnee dann besser und wir flitzten vorbei am Lac de Combavert zurück zum Materialdepot. Dort mussten wir wieder anfellen für die letzten 150 Hm zum Hotel Weisshorn. Zügig machten wir diesen Aufstieg, um danach die letzten Sonnerstrahlen auf der Terrasse des Hotels zu geniessen.
Das Hotel Weisshorn, welches im Jahr 1882 erstellt wurde, ist etwas in die Jahre gekommen, hat aber einen speziellen Charme und wir konnten ein feines Nachtessen geniessen. Am Morgen mussten wir nicht früh aus den Federn, weil das Morgenessen erst um 8 Uhr ready war. Gut gestärkt vom ausgiebigen Frühstücksbuffet ging es danach los in Richtung Le Vijivi und durch das flache Tal Tsa du Toûno zum Pass Bella Vouarda. Dort machten wir die erste Pause und hatten einen schönen Blick zum Gipfel L'Omen Roso. Im Aufstieg machten wir einen Zwischenstopp beim Furggilti-Pass, um eine mögliche Abfahrt durch das Blüomatttälli anzuschauen. Auf dem Gipfel des L'Omen Roso hatten wir einen tollen Ausblick auf die umliegenden Berge. Tobi und Dävu entschieden sich für die Abfahrt zur Alp Tsahèlett, da der Schnee dort besser aussah und die Zeit schon etwas zu fortgeschritten war für die geplante Route ins Turtmanntal. Dies war die richtige Enscheidung, wir hatten eine tolle Abfahrt und viel Platz, um neue Spuren in unverfahrene Hänge zu legen. Nach einem kurzen Aufstieg zurück zum Pass Bella Vouarda gingen wir gleich weiter in die Lücke westlich von Pt. 2730, weil dieser Hang schon im Aufstieg sehr verlockend ausgesehen hat. Was für ein Finale, die Abfahrt im Super-Pulver war der Hammer! Danach ging es eher flach zurück ins Skigebiet und auf der Piste zum Restaurant Le Prilet, wo wir bei einem Bier das schöne Wochenende ausklingen liessen.
Vielen Dank an Tobi und Dävu für die Vorbereitung und Durchführung des tollen Skitourenweekends im Val d'Anniviers!